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HTL Imst Bautechnik

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5A HBTHB

EKIZ: Neubau eines Eltern-Kind-Zentrums

Team 22 | 5A HBTHB
Muhammed Ali Tuncay, Kevin Moser, Mikail Görüs
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Projekt­beschreibung

Allgemeines  
Für die Gemeinde Telfs soll dem steigenden Bedarf an Betreuungseinrichtung ein neues, nachhaltiges Gebäude angeboten werden, das den Anforderungen für die nächsten Generationen gerecht wird. Ökologische Gesichtspunkte und eine bauphysikalisch optimierte Detailausbildung bilden einen weiteren Schwerpunkt für ein neues und zeitloses Kinder- und Begegnungszentrum in Telfs.  


Uns als Team war es besonders wichtig, dass unser Projekt einen Praxisbezug hat und dabei nicht den Blick auf die Zukunft verliert. Dabei haben wir in die Arbeitswelt eines Bauleiters, Statikers sowie eines Planers einsehen können. Auf Basis unseres Jahresprojektes erfolgten die Planung eines Baustelleneinrichtungsplans, die statische Berechnung der Sporthalle und die Ausarbeitung begrünter Fassadenkonzepte für das EKIZ. Die Ausarbeitung des Baustelleneinrichtungsplans und die statische Berechnung der Sporthalle haben einen sehr hohen Praxisbezug, wobei uns die begrünten Fassadenkonzepte einen Blick in die Zukunft geben. Als Orientierungshilfe bekamen wir von der Marktgemeinde Telfs ein Raumkonzept, das wir in unseren Entwurf umsetzten und dem Bürgermeister und den Zuständigen in der Marktgemeinde präsentierten, mit denen wir auch einen regen Austausch pflegten. Von der ersten Idee bis hin zum fertigen Projekt und der Abwicklung der Teilbereiche wurde uns bewusst, wie wichtig es ist, als Gruppe zusammenzuarbeiten und gruppenintern alles abzusprechen, um am Ende des Tages ein gutes Ergebnis zu liefern und zu erhalten.

Vorentwurf – Die geradlinige Architektur
Unsere Grundidee dieses Entwurfs beruht auf Vitruvs drei Prinzipien: Stabilität, Nützlichkeit und Anmut. Diese Prinzipien haben wir versucht, so gut es geht in Waage zu halten, aber ohne die Reihenfolge und die Wichtigkeit der einzelnen Prinzipien zu missachten. Der Entwurf des EKIZ war für unser Team nicht leicht. Wir hatten sehr viele Ideen und Konzepte. Letztendlich haben wir uns für die geradlinige Architektur entschieden, die sich selbstverständlich in die Topografie einfügen soll. Das Ausmaß, das Volumen ist klar erkennbar. Die helle Holzschindel-Fassade und die großen Glasflächen vermitteln Schlichtheit und Eleganz. Dies ermöglicht eine Skelettbauweise des EKIZ-Gebäudes. Dadurch ist man bei der Raumaufteilung sehr flexibel und somit hat man ein zeitloses, ständig anpassbares Bauwerk erschaffen. Beim Entwurfsprozess haben wir mit bestem Willen und Wissen versucht, ein Gebäude zu erschaffen, das den Wünschen des Bauherrn entspricht und man dieses Bauwerk dem Verwendungszweck entsprechend verwenden kann.

Die klare Struktur
Von Anfang an waren wir bestrebt, eine klare Ordnung der Tragkonstruktion zu schaffen. Wie oben beschrieben, hatte dies auch beim Entwerfen die höchste Priorität.  
Wir haben uns für einen 8 m-Achsraster entschieden. Die Decke wird als Ortbetondecke ausgeführt. Diese Stahlbetondecke ist eine so genannte punktgestützte Decke bzw. eine Flachdecke, da sie ohne jegliche Unterzüge nur auf Stützen bzw. Säulen gelagert ist. Somit ist man bei späteren Umbauten extrem flexibel. Sie reduziert den Schalungsaufwand und ist bei Leitungsführungen auch sehr flexibel (abgehängte Decke). Die äußeren Säulen (an der Fassade) werden mit einer Stärke von 25 cm, die innenliegenden Säulen mit einer Stärke von 30 cm und die Säulen in der Tiefgarage mit einer Stärke von 35 cm ausgeführt.  Eine große Acht ist hier bei der Ausführung dieser Decke (Durchstanzbewehrung) zu geben. Für die Aufnahme der Horizontalkräfte sind massive Stahlbetonwände im nördlichen Bereich des Gebäudes mit einer Stärke von 25 cm zuständig.  

Das Raumkonzept  
Der Zugang für Fußgänger erfolgt im Süden über den Puelacherweg. Am Eingang ist ein, vom Garten abgeriegelter, Fahrradabstellplatz vorhanden. Von dort aus führt ein gepflasterter Weg nach Norden zu den Eingangstüren des EKIZ. Man kommt zuerst in das allgemeine Treppenhaus. Das Treppenhaus ist immer von den jeweiligen Einrichtungen abgetrennt und somit kann man jedes Stockwerk bzw. jede Einrichtung als einen eigenen Brandabschnitt sehen. Damit wird das Treppenhaus auch zu einer Brandschleuse.  Im Erdgeschoss befindet sich die Kinderkrippe mit drei Gruppen mit jeweils 12 Kinder. Neben den drei Gruppenräumen befinden sich noch diverse Nebenräume wie ein Schlaf-, Musik- und Werkraum, WC, Räumlichkeiten für Mitarbeiter, die Küche mit einem Essbereich und die Technik.

Weil das Hauptaugenmerk das ausgiebige Bewegen der Kinder ist, haben wir einen großzügigen Bewegungsbereich im Zentrum der ganzen Gruppenräume geplant. Im Erdgeschoss befindet sich der allgemeine Garten, wo die Kinder auch geschützt und unbedenklich, durch Brüstungen und Zäune, spielen können. Im ersten Obergeschoss befindet sich der Kindergarten mit fünf Gruppen mit jeweils 20 Kindern. Neben den fünf Gruppenräumen befinden sich wieder diverse Nebenräume wie zum Beispiel der Schlaf-, Musik- und Werkraum, WC und Räumlichkeiten für Mitarbeiter. Für den Kindergarten ist ebenfalls ein großzügiger Bewegungsbereich geplant. Um den Kindergarten noch spannender und erlebnisreicher gestalten zu können, befindet sich im Treppenhaus eine Rutsche, mit der man vom ersten Obergeschoss ins Erdgeschoss rutschen kann.  Im zweiten Obergeschoss befindet sich das Familienzentrum. Es sind drei Beratungsräume mit einem Kurs- bzw. Yogaraum und einer Teeküche bzw. Aula geplant. Von der Teeküche aus gelangt man auf die Terrasse.

Die Zufahrt der Tiefgarage erfolgt auch über den Puelacherweg. Die Garagenrampe ist zweispurig ausgelegt und eine Ein- und Ausfahrt mit Gegenverkehr ist somit möglich. Die Tiefgarage hat insgesamt 45 Parkplätze, wobei 13 davon eine Ladestation haben und für Elektroautos gedacht sind. Zwei Parkplätze sind behindertengerecht und in der Nähe vom Eingang geplant. Für den Schutz gegen die Abgase ist eine Lüftungsanlage zuständig.  

Die Sporthalle erfüllt die Anforderungen einer Einfachsporthalle und bemisst 15,5 x 31,5 m x 5,5 m (b x l x h). Sie bietet Umkleide-Kabinen für Knaben und MÃdchen samt Bad- und WC-Anlage, ein Lehrer- und Geräteraum. Das Dach der Sporthalle tragen primär die unterspannten Träger. Diese Träger aus Brettschichtholz sind auf 16 m gespannt.  

Alle Einrichtungen wie die Kinderkrippe, der Kindergarten und das Familienzentrum inklusive der Nebeneinrichtungen wie die Tiefgarage und die Sporthalle bilden das EKIZ: Eltern-Kind-Zentrum.  

Der Lichtkegel
Der Lichtkegel ist eines der Highlights im EKIZ. Mit einer Höhe von 12 m erstreckt sich der Lichtkegel über drei Stockwerke. Durch seine ungewöhnliche Form ist der Lichtkegel nicht nur ein Hingucker, sondern er durchflutet auch den Gang mit Licht. Auch für die Kinder ist es ein besonderes Highlight, da sie vom obersten Geschoss bis zum Erdgeschoss blicken können. Natürlich können wiederum die Kinder im Erdgeschoss im Gangbereich auch den Himmel betrachten. Am obersten Geschoss beträgt der Durchmesser 6,20 Meter und am untersten Geschoss beträgt er 2,0 Meter.